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Cybersicherheit: 85 % wollen ihre Kompetenzen stärken

Mit der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt steigen die Anforderungen an die Cybersicherheit. Eine aktuelle Eurobarometer-Umfrage zeigt, wie Beschäftigte in der EU digitale Bedrohungen wahrnehmen, wie gut sie darauf vorbereitet sind und welche Herausforderungen bei der Weiterbildung bestehen.

Europäischer Cybersicherheitsmonat stärkt Bewusstsein

Der Europäische Cybersicherheitsmonat (European Cybersecurity Month, ECSM) wurde 2012 von der Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) ins Leben gerufen. Heute wird die Initiative von den EU-Mitgliedstaaten sowie öffentlichen und privaten Organisationen in ganz Europa getragen. ENISA unterstützt die Kampagne weiterhin gemeinsam mit der Europäischen Kommission, um das Bewusstsein für Cybersicherheit bei Bürgerinnen und Bürgern sowie Organisationen zu stärken. Ein aktueller ENISA-Bericht zur Cyberbedrohungslage, der mehr als 8.000 Ereignisse analysiert, verdeutlicht die bestehenden Risiken. 73 % der angegriffenen Organisationen zählen zu den nach der EU-Richtlinie NIS2 als wesentlich oder wichtig eingestuften Einrichtungen. Besonders häufig betroffen ist die öffentliche Verwaltung mit 32 % der Fälle. Weitere betroffene Sektoren sind Unternehmensdienstleistungen und Verkehr (jeweils 8 %), die verarbeitende Industrie (7 %) sowie das Finanz- und Bankwesen (6 %).

Phishing, Ransomware und KI als zentrale Bedrohungen

Zu den wesentlichen Cyberbedrohungen zählen weiterhin Phishing und andere Formen des Social Engineering, bei denen das Vertrauen von Nutzerinnen und Nutzern gezielt ausgenutzt wird. Dazu gehört auch die sogenannte ClickFix-Methode, bei der Betroffene zur Ausführung schädlicher Aktionen verleitet werden. Ransomware-Angriffe, bei denen Daten verschlüsselt oder gestohlen und anschließend zur Erpressung eingesetzt werden, beeinträchtigen Organisationen unterschiedlicher Branchen.

Cyberkriminalität machte im Berichtszeitraum 36 % aller Cybervorfälle aus. Bei finanziell motivierten Aktivitäten entfielen 2025 rund 40 % der analysierten Ereignisse auf Ransomware, 31 % auf Datenschutzverletzungen und 19 % auf Betrug und Identitätsmissbrauch. Auch betrügerische Websites, die mit vermeintlich einfachen Gewinnen werben, stellen eine Gefahr dar. Zunehmend setzen Cyberkriminelle auch Künstliche Intelligenz (KI) zur Unterstützung ihrer Aktivitäten ein. Die Zahl der KI-gestützten Kampagnen zur ausländischen Informationsmanipulation und Einflussnahme (Foreign Information Manipulation and Interference, FIMI) stieg innerhalb eines Jahres von 41 auf 147 – ein Anstieg um 259 %.

Drei Viertel der Beschäftigten erhalten verdächtige Nachrichten

Eine Eurobarometer-Umfrage der Europäischen Kommission zur Cybersicherheit am Arbeitsplatz untersucht, wie Beschäftigte in der EU digitale Risiken wahrnehmen und mit möglichen Bedrohungen umgehen. Die Ergebnisse zeigen, dass 74 % der Befragten in den sechs Monaten vor der Erhebung verdächtige E-Mails, Nachrichten oder Links erhalten haben. 39 % berichten von Phishing- oder betrügerischen E-Mails, 18 % von Versuchen, persönliche Daten zu stehlen. Gleichzeitig halten 83 % der Beschäftigten die möglichen Folgen eines Cyberangriffs für ihre Organisation für schwerwiegend. Dennoch bewerten 82 % die digitalen Systeme und Sicherheitsmaßnahmen ihrer Organisation als wirksam gegen Cyberangriffe.

Verbesserungspotenzial besteht insbesondere bei der Sensibilisierung: Nur 45 % der Befragten geben an, dass ihre Organisation regelmäßig Informationen oder Hinweise zur Cybersicherheit bereitstellt. Rund die Hälfte der Organisationen verfügt bereits über zentrale Sicherheitsmaßnahmen, während ein Viertel deren Einführung plant.

Hohe Weiterbildungsbereitschaft trotz Hürden

Die Umfrage verdeutlicht den Stellenwert von Weiterbildung für die Cybersicherheit am Arbeitsplatz. 85 % der befragten Beschäftigten möchten ihre Kompetenzen in diesem Bereich verbessern. Der Zugang zu entsprechenden Angeboten ist jedoch mit Herausforderungen verbunden. 26 % der Befragten nennen fehlende Zeit während der Arbeit als Hindernis, 16 % verweisen auf hohe Kosten. Weitere Hürden sind mangelnde Informationen über Weiterbildungsangebote und fehlende Unterstützung durch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.

ENISA unterstützt Aufbau von Cybersicherheitskompetenzen

Um Organisationen und Einzelpersonen bei der Stärkung ihrer Cybersicherheit zu unterstützen, stellt ENISA verschiedene Instrumente und Bildungsangebote bereit:

Die Angebote sollen dazu beitragen, das Bewusstsein für digitale Bedrohungen zu stärken, Cybersicherheitskompetenzen auszubauen und Organisationen widerstandsfähiger gegen Cyberangriffe zu machen.

Die Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) setzt sich für ein hohes und einheitliches Cybersicherheitsniveau in Europa ein. Sie unterstützt EU-Mitgliedstaaten, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen dabei, sich vor Cyberbedrohungen zu schützen und ihre digitale Widerstandsfähigkeit zu stärken. Zu ihren Aufgaben zählen die Förderung der Zusammenarbeit, die Bereitstellung von Fachwissen sowie die Entwicklung von Cybersicherheitskompetenzen. Mit Initiativen wie der European Cybersecurity Challenge fördert ENISA zudem junge Talente im Bereich Cybersicherheit.


Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung, die auf der Website der Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) am 30. September 2026 veröffentlicht wurde.