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Menschen hinter einem Fenster mit Spiegelung in Arbeitsumgebung © ReeseArcus/peopleimages.com  - AdobeStock

Strategie für künstliche Intelligenz

Österreich bekommt eine neue KI-Strategie

Bundeskanzler Christian Stocker hat Staatssekretär Alexander Pröll im September 2026 beauftragt, eine neue nationale Strategie für Künstliche Intelligenz zu erarbeiten. Diese soll die bisherige KI-Strategie „Artificial Intelligence Mission Austria 2030" (AIM AT 2030) aus dem Jahr 2021 ablösen und Österreich auf die nächste Phase der KI-Entwicklungen ausrichten.

Warum Österreich eine neue KI-Strategie braucht

AIM AT 2030 hat für viele Jahre den strategischen Rahmen für die Weiterentwicklung und Stärkung des österreichischen KI-Ökosystems gelegt. Seitdem hat sich die Ausgangslage aber grundlegend verändert:

  1. Technologischer Sprung: Die Strategie AIM AT 2030 entstand noch vor dem Durchbruch generativer KI. Große Sprachmodelle und selbstständig agierende KI-Agenten eröffnen neue Möglichkeiten und bringen neue Risiken.

  2. Wettbewerbsfähigkeit: Das Potenzial von KI für den Standort Österreich wird sich nicht von selbst realisieren. Es braucht Investitionen in Infrastruktur, Qualifizierung und eine konsequente Anwendung in Organisationen.

  3. Sicherheit und Kontrolle: Verschiedene Fälle zeigen, dass KI-Systeme bereits heute unvorhergesehen handeln können und dabei auch österreichische Plattformen und Nutzer betreffen. Österreich braucht klare Antworten auf Schutz, Aufsicht und Resilienz.

  4. Europäische und internationale Entwicklung: Die internationale Dynamik hat sich deutlich verändert: Von neuen europäischen Rahmenbedingungen wie AI Continent Action Plan, CADA oder dem nun in Kraft getretenen AI Act, über Investitionen in Rechenzentren, bis hin zu geopolitischen Fragen der technologischen Souveränität.

Fahrplan für die Ausarbeitung

Die Ausarbeitung der neuen Strategie wird – wie schon bei AIM AT 2030 – in einem breiten, partizipativen Prozess unter Einbindung von Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung erfolgen. Im ersten Halbjahr 2027 soll die neue, adaptive KI-Strategie veröffentlicht werden.

Eine zentrale Rolle kommt auch dem österreichischen KI-Beirat zu, der die Bundesregierung bereits seit 2023 zu Chancen, Herausforderungen und Risiken der Künstlichen Intelligenz berät und mit der Beratung der Bundesregierung bei der Weiterentwicklung der KI-Strategie betraut ist.

KI-Umsetzungsplan 2027

Parallel läuft die Erarbeitung eines neuen KI-Umsetzungsplans 2027 auf Basis des AI Blueprints, einem Empfehlungspapier des KI-Beirats. Der umfassende und sektorenübergreifende Umsetzungsplan wird konkrete Maßnahmen der Ressorts für die nächsten Jahre definieren.


  • „Ich danke dem Bundeskanzler für diesen Auftrag. Künstliche Intelligenz ist die größte Disruption unserer Zeit und Österreich hat alle Voraussetzungen, vorn mit dabei zu sein. Wir werden Wirtschaft, Wissenschaft, Länder, Gemeinden und alle Ressorts einbinden.”
    Staatssekretär Alexander Pröll/ÖVP im Bundeskanzleramt

    Alexander Pröll, LL.M.

    Staatssekretär für Digitalisierung, Verfassung, öffentlichen Dienst, Koordinierung und Kampf gegen Antisemitismus

Die Ziele der AIM AT 2030:

  1. Der Einsatz von KI soll dem Gemeinwohl dienen und in verantwortungsvoller Weise auf Basis von Grund- und Menschenrechten, europäischen Grundwerten sowie des europäischen Rechtsrahmens erfolgen.
  2. Österreich soll sich als Forschungs- und Innovationsstandort für KI positionieren.
  3. KI-Einsatz und KI-Entwicklung sollen Österreichs Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Die KI-Strategie „AIM AT 2030“ wurde nach ihrer Veröffentlichung im Herbst 2021 laufend weiterentwickelt, ergänzt und präzisiert. Mit der Ausarbeitung einer neuen KI-Strategie für Österreich werden in Kürze neue Ziele vorgestellt, welche die Ziele der AIM AT 2030 ablösen werden.

Handlungsfelder von AIM AT 2030 Vertrauenswürdige KI: Ethische Prinzipien definieren, Rechtliche Rahmen schaffen, KI in der Arbeitswelt, KI Standards schaffen, Sicherheit von KI Systemen, Gesellschaftlicher Dialog. Ökosystem schaffen: Daten nutzbar machen, Wissen schaffen & nutzen, Infrastruktur für KI, Qualifizierung Aus- & Weiterbildung, Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stärken, Finanzierung bereitstellen, Öffentliche Verwaltung mit KI modernisieren
© Grafik BKA

Wichtige KI-Anwendungsfelder für Österreich sind im Annex der KI-Strategie dargestellt. Sie reichen von Klimaschutz und Energie über Industrie, Land- und Forstwirtschaft und Gesundheit bis zu Bildung, Recht und Kultur.


KI Umsetzungsplan 2024

Die österreichische KI-Strategie wurde im Sommer 2021 als agile Strategie vorgestellt. Von den insgesamt 91 Maßnahmen, die in der KI-Strategie AIM AT 2030 sowie in deren Annex veröffentlicht wurden, waren im Juli 2024 bereits 82 Prozent in Umsetzung oder umgesetzt.

Der KI-Umsetzungsplan 2024 wurde im November 2024 als Zwischenbericht und Erweiterung der KI-Strategie präsentiert: Er ergänzt und konkretisiert die KI-Strategie um neue Maßnahmen, die kurz- bis mittelfristig in Umsetzung oder in Planung sind.

Bei der Ausarbeitung waren insbesondere alle Ressorts im Rahmen des AI Policy Forums, sowie Expertinnen und Experten aus Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Interessensvertretungen beteiligt.

  • 47
    Maßnahmen
  • 12
    Ministerien
  • 8
    Schwerpunkte

Maßnahmen (Auswahl):

  • in Leistungsvereinbarungen der öffentlichen Universitäten
  • Vorbereitung AI Hub Austria zur Vernetzung im Bereich KI-Forschung und -Innovation
  • Steigerung der AI Literacy („KI-Kompetenz“) der Bevölkerung
  • Verbesserung digitaler Verwaltungsservices
  • zur Analyse von Akten im Justizbereich

Die Umsetzungs- oder Planungsmaßnahmen im Bereich der künstlichen Intelligenz erfolgen in den Ministerien.

Horizontale Schwerpunkte von & durch KI:

  • Vertrauenswürdigkeit
  • Resilienz, Sicherheit
  • Klimaneutralität, Nachhaltigkeit
  • Technologiesouveränität, Wirtschaftsstandort

Vertikale Schwerpunkte zur Abgrenzung von Anwendungsdomänen:

  • Forschung, Innovation, Wirtschaft
  • Bildung, Kompetenzen
  • Verwaltung, Bürgerservices
  • Governance, Strategien

An der Umsetzung waren alle Fachbereiche des AI Policy Forums sowie Expertinnen und Experten aus Forschung, Wissenschaft, Wirtschaft und Interessenvertretungen beteiligt.

Zielsetzungen des KI Umsetzungsplans 2024

Die Bundesregierung erkennt das grundlegende Innovations- und Transformationspotenzial von künstlicher Intelligenz an. Bei der Erarbeitung des KI-Umsetzungsplans 2024 spielten sowohl die rasche technologische Entwicklung in diesem Feld, als auch die Abwägung von Chancen und Risiken eine große Rolle.

  • Ergänzung der Strategie Der Umsetzungsplan konkretisiert und ergänzt die bestehende KI-Strategie AIM AT 2030. Neue Maßnahmen können laufend entstehen.
  • Wirkungsbereiche der Ressorts Inhaltlich wird der Fokus auf die Wirkungsbereiche der Ressorts der Bundesregierung gelegt.
  • Priorisierung zeitnaher Umsetzbarkeit Alle Maßnahmen im Umsetzungsplan sollten kurz- bis mittelfristig umsetzbar sein und in ihrem jeweiligen Wirkungsbereich hoch priorisiert werden.