Digitale Indizes
Digital Economy and Society Index (DESI)
Der Digital Economy and Society Index (DESI) der Europäischen Kommission stellt das zentrale Messinstrument für den Digitalisierungsgrad und -fortschritt der EU-Mitgliedstaaten dar.
Fortschritte
Österreich liegt im Bereich Benutzerfreundlichkeit von digitalen Verwaltungsleistungen auf Mobilgeräten auf Platz 1 (gemeinsam mit Luxembourg und Malta) gestützt auf ein sehr gut funktionierendes „eID-Ökosystem“. Zumindest digitale Grundkompetenzen konnte Platz 7/27 erreicht werden, was eine Verbesserung um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr bedeutet und Platz 5/27 bei zumindest digitalen Grundkompetenzen in der Altersgruppe der 55-74jährigen Hervorzuheben ist auch die Entwicklung bei der KI-Nutzung: Die KI-Nutzung durch Unternehmen in Österreich hat sich zwischen 2023 und 2025 von 10,79 % auf 29,95 % nahezu verdreifacht. Im Bereich der mobilen Breitbandverfügbarkeit (5G) punktet Österreich mit überdurchschnittlichen Platzierungen bei den entsprechenden DESI-Indikatoren.
Herausforderungen
Einige Herausforderungen bestehen jedoch weiterhin bei der Abdeckung von Glasfaserausbau (v.a. im ländlichen Bereich) und der Einführung von Lediglich 50,9% der österreichischen Haushalte sind laut DESI 2026 durch Glasfasernetze (Fibre-to-the-Premises; FTTP) abgedeckt, was trotz eines Fortschritts von plus 13,5% nach wie vor unter dem EU-Durchschnitt von 74,1% liegt.
Die Übersichtstabelle zu den Schlüsselkennzahlen finden Sie im Länderbericht 2026 für Österreich als PDF unter: Digitale Dekade Länderbericht 2026
eGovernment Benchmark
Der eGovernment Benchmark wird jährlich von der Europäischen Kommission veröffentlicht und vergleicht die Qualität digitaler Verwaltungsservices in den EU-Mitgliedstaaten. Bewertet werden zentrale Aspekte wie Benutzerfreundlichkeit, Verfügbarkeit der Services, Transparenz, mobile Nutzung, grenzüberschreitende Dienste sowie die Unterstützung für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen in verschiedenen Lebenslagen. Der Benchmark dient auch als Monitoring-Instrument für die Umsetzung der Anhang II Verfahren der Single Digital Gateway Verordnung (SDG-VO) und liefert wichtige Indikatoren für die Digitale Dekade Europas.
Österreich belegte 2026 beim eGovernment Benchmark den 6. Platz und konnte sich um eine Position im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Damit positioniert es sich deutlich über dem europäischen Durchschnitt und zeigt damit weiterhin ein sehr hohes Niveau im eGovernment Bereich.
Besonders stark ist Österreich bei:
- mobiler Nutzerfreundlichkeit (100 Punkte)
- elektronischen Zahlungen über Ländergrenzen hinweg (100 Punkte)
- Benutzersupport (98,4 Punkte)
- Online Verfügbarkeit von Services (95,6 Punkte)
- Mobile Online Verfügbarkeit von Services (91,1 Punkte)
- Grenzüberschreitende Nutzung der eID (90,7 Punkte)
Auch bei grenzüberschreitender Bereitstellung von Ergebnissen und vorausgefüllten Formularen gab es klare Verbesserungen. Die höchsten Werte wurden bei digitalen Services rund um die Lebenslagen Umzug, Geschäftsbetrieb und Unternehmensgründung erreicht.
In den Bereichen Auffindbarkeit, Transaprenz der Servicebreitstellung und grenzüberschreitender Verfügbarkeit von Online Services besteht weiterhin noch Aufholbedarf. Insgesamt zeigt der Benchmark aber: Österreich ist digital gut aufgestellt und arbeitet gezielt an weiteren Verbesserungen.
-
100
in Mobile Friendliness und Cross-border ePayments
-
98,4
in User Support
-
95,6
in Online Availability
-
86,9
in Interoperability Signifiers
eGovernment Monitor: D-A-CH-Ländervergleich
Der eGovernment Monitor liefert seit 2010 jährlich ein umfassendes Lagebild zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsangebote in Deutschland, Österreich und der Schweiz und ist eine repräsentative Studie der Initiative D21 e. V. und der Technischen Universität München, durchgeführt von Kantar.
Die Menschen erwarten, dass Verwaltung funktioniert – effizient, unkompliziert und mit spürbarer Wirkung. Die Digitalisierung ist ein entscheidender Hebel dafür. Für die meisten Bürgerinnen und Bürger ist ein moderner Staat auch ein digitaler Staat. Die Basis seiner Handlungsfähigkeit ist dabei eine nutzungsorientierte digitale Verwaltung.
Wie digital erledigen die Menschen ihre Verwaltungswege?
Österreich liegt bei der Nutzung digitaler Verwaltungsangebote im Vergleich mit Deutschland und der Schweiz voran. Das zeigt der eGovernment MONITOR 2026 der Initiative D21 und der Technischen Universität München. 57 Prozent der Befragten in Österreich erledigen Verwaltungsangelegenheiten digital. In Deutschland sind es 45 Prozent, in der Schweiz 42 Prozent.
Für 71 Prozent der Befragten in Österreich stellen digitale Verwaltungsangebote eine Erleichterung dar. Ein Drittel – 33 Prozent – spricht sogar von einer deutlichen Erleichterung. Damit zeigt die Studie nicht nur eine vergleichsweise hohe Nutzung, sondern auch einen konkreten wahrgenommenen Nutzen digitaler Services.
Wie verbreitet ist die digitale Identität?
Die mobile Nutzung von E-Government-Services nimmt zu, und die ID Austria als sichere digitale Identität spielt dabei eine zentrale Rolle. Das zeigt der eGovernment MONITOR 2026 der Initiative D21 und der Technischen Universität München. 77 Prozent der Befragten in Österreich geben an, über eine eID zu verfügen. Das entspricht einem Plus von 12 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und dem höchsten Wert im D-A-CH-Vergleich.
Die ID Austria ist Österreichs elektronische Identität und ermöglicht die sichere Online-Identifikation für digitale Services. Damit ist sie eine wichtige Grundlage dafür, dass Behördenwege einfach und ortsunabhängig per Smartphone erledigt werden können.
Wie wird das digitale Angebot der Verwaltung bewertet?
Die Entwicklung des digitalen Verwaltungsangebots wird in Österreich überwiegend positiv beurteilt: 79 Prozent der Befragten sehen Verbesserungen bei den Online-Angeboten der öffentlichen Verwaltung. 31 Prozent geben an, dass sich das digitale Angebot in den vergangenen Jahren sogar stark verbessert habe. In Deutschland sehen 63 Prozent Verbesserungen, in der Schweiz 78 Prozent.
Zentrale Themen 2026 des eGovernment Monitors umfassen die Bereiche Leistungsfähigkeit des Staates, Lagebild E-Government und der Einsatz von digitalen Technologien durch die Verwaltung. Zur Studienseite: 2026 - Initiative D21
Nutzung von IKT in Österreich
Statistik Austria führt jährlich eine Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in österreichischen Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten in ausgewählten Wirtschaftszweigen und zur IKT-Nutzung in österreichischen Haushalten durch.
Da die Erhebungen in allen EU-Mitgliedstaaten durchgeführt werden, können wichtige Indikatoren für EU-weite Benchmarks ermittelt werden, die der Beobachtung des digitalen Wandels in der Wirtschaft und Gesellschaft dienen.
KI-Nutzung und -Einstellung in Österreich
Die Erhebung wurde 2024 im Auftrag der Digitalen Kompetenzoffensive (DKO) der Bundesregierung von der Statistik Austria durchgeführt. Datengrundlage bildete die Erhebung über den „Einsatz von IKT in Haushalten" 2024.
Befragt wurden nur Haushalte mit Mitgliedern im Alter von 16 bis 74 Jahren. Die Bruttostichprobe bestand aus 7.340 Haushalten sowie 13.793 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren. Die Responserate lag auf Haushaltsebene bei 61%, auf Personenebene bei 42%.
Ergebnisse
Für die Erhebung 2024 wurde Statistik Austria im Rahmen der Digitalen Kompetenzoffensive der Bundesregierung beauftragt, national zusätzliche Fragen zu künstlicher Intelligenz ins Frageprogramm der Erhebung „IKT-Einsatz in Haushalten" zu inkludieren. Die Nettostichprobe umfasste 4.445 Haushalte, beziehungsweise 5.774 Personen. Die Daten zu KI liegen nur für Österreich vor.
Es wurden folgende Themen behandelt:
Selbsteinschätzung des KI-Wissens
Laut der Erhebung attestiert sich die österreichische Bevölkerung selbst nur geringes Wissen über künstliche Intelligenz.
-
5%
sehr viel Wissen
-
22%
viel Wissen
-
69%
wenig bis sehr wenig Wissen
-
5%
kein Wissen
Beurteilung der zunehmenden KI-Nutzung in der Gesellschaft
Auch wenn das eigene KI-Wissen als eher gering eingeschätzt wird, haben die meisten dennoch eine Meinung zur wachsenden Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Gesellschaft. Es zeigt sich jedoch kein klares Bild, ob die zunehmende KI-Nutzung überwiegend positiv oder negativ ist. Insgesamt sind etwas mehr Personen negativ als positiv eingestellt. Der neuen Technologie gegenüber aufgeschlossen sind vor allem junge, hochgebildete und männliche Personen.
Beurteilung der Nützlichkeit von KI im eigenen Beruf
Personen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, wurden befragt, wie sie die Nützlichkeit von künstlicher Intelligenz in ihrem eigenen Beruf beurteilen. Obwohl nur wenige Erwerbstätige noch nie von KI gehört haben (3%), so hat immerhin eine von acht erwerbstätigen Personen diesbezüglich keine Meinung (12%). Positive und negative Beurteilungen halten sich in etwa die Waage. Die Nützlichkeit von KI im eigenen Beruf wird von 11% als sehr nützlich und von 32% als eher nützlich eingestuft, auf der anderen Seite wird sie von 23% eher nicht nützlich und 19% gar nicht nützlich gesehen.
Sorge, dass der eigene Job durch KI ersetzt wird
Der Anteil an Erwerbstätigen, die keine Meinung (12%) zum Thema haben oder noch nie von KI gehört haben (3%), liegt im einstelligen Prozentbereich.
-
3%
sehr besorgt
-
10%
eher besorgt
-
28%
eher nicht besorgt
-
48%
gar nicht besorgt
Interesse über künstliche Intelligenz zu lernen
Nur eine Minderheit der österreichischen Bevölkerung nutzt generative KI-Tools. Die Mehrheit gibt hingegen an, keinen Bedarf zu haben. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob Interesse besteht, mehr über künstliche Intelligenz zu lernen.
Das Lerninteresse ist bei vergleichsweise wenigen Personen sehr stark (7 %) oder eher stark (25 %) ausgeprägt. Folglich gibt der Großteil der Personen an, eher kein (42 %) oder gar kein Interesse (26 %) zu haben, mehr über KI und ihre Verwendung zu lernen.
-
7%
starkes Lerninteresse
-
25%
eher starkes Lerninteresse
-
42%
eher kein Lerninteresse
-
26%
gar kein Lerninteresse
Nichtnutzung von generativer künstlicher Intelligenz und ihre Gründe
Die Gründe, warum keine generativen KI-Tools genutzt wurden, sind vielfältig. Es sticht hervor, dass neun von zehn Nichtnutzerinnen und Nichtnutzer (86%) schlicht keinen Bedarf sehen, Texte, Bilder oder andere Inhalte mithilfe von KI zu erzeugen. Darüber hinaus spielen für fast die Hälfte der Befragten Datenschutz- und Privatsphärebedenken (48%) eine zentrale Rolle. Ebenfalls von Bedeutung sind fehlendes oder mangelndes Wissen über die Verwendung von KI-Tools (43%), Qualitätsbedenken (40%) und ethische Bedenken (37%). Zudem führt etwa ein Drittel rechtliche Bedenken (32%) und ein Viertel fehlendes Wissen über die Existenz von KI-Tools (24%) an. Sonstige Gründe (20%) werden von einem Fünftel genannt.
Nutzung von generativer künstlicher Intelligenz
-
4%
täglich oder fast täglich
-
15%
weniger als einmal pro Woche
-
9%
einmal pro Woche
-
3%
nicht in den letzten drei Monaten
Zusammenhänge zwischen KI-Wissen, -Einstellung und -Nutzung
Personen mit Pflichtschulabschluss unterschieden sich nicht signifikant von Personen mit Abschluss einer Lehre oder BMS. Im Gegensatz dazu wiesen Personen mit Matura eine um mehr als eineinhalbmal höhere Chance auf, die zunehmende KI-Nutzung positiv zu beurteilen als Pflichtschüler. Bei Hochschulabsolventinnen und -absolventen stieg die Chance sogar auf das beinahe Dreifache im Vergleich zu Personen mit Abschluss einer Pflichtschule.
Ebenfalls relativ stark ausgeprägt waren die Alterseffekte. 16- bis 24-Jährige (die Referenzgruppe), waren am positivsten eingestellt. 25- bis 34-Jährige unterschieden sich von dieser Gruppe praktisch nicht. Bei 35- bis 44-Jährigen sank die Chance, die zunehmende KI-Nutzung positiv zu beurteilen jedoch um rund ein Drittel sowie bei den älteren Alterskohorten um circa die Hälfte. Die Chance von Frauen, die zunehmende KI-Nutzung in der Gesellschaft als positiv zu beurteilen, reduzierte sich gegenüber Männern um rund ein Drittel.