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Digital Talent EU Days 2026: Europas digitale Zukunft

Bei den Digital Talent EU Days 2026 in Dublin diskutierten Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Bildung über die Förderung digitaler Kompetenzen, den Fachkräftebedarf und die stärkere Beteiligung von Frauen in Technologieberufen.

Am 15. und 16. Oktober 2026 fanden an der Trinity Business School in Dublin die Digital Talent EU Days 2026 (Europäische Tage für digitale Talente) statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Europa die für seine digitale Zukunft benötigten Fachkräfte ausbilden, gewinnen und langfristig halten kann. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Initiativen Connecting Women in Digital (Vernetzung von Frauen im digitalen Bereich) und LEADSx2030, in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission, dem irischen Ministerium für Weiterbildung, Hochschulbildung, Forschung, Innovation und Wissenschaft sowie lokalen Partnerorganisationen. In insgesamt 33 Programmpunkten beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit digitalen Kompetenzen, neuen Technologien, der Entwicklung des Arbeitsmarktes und der stärkeren Beteiligung von Frauen an digitalen Berufsfeldern.

Digitale Talente fördern und Chancen schaffen

Zum Auftakt betonte Rehana Schwinninger-Ladak von der Europäischen Kommission, wie wichtig es sei, digitale Bildungsangebote stärker an den Anforderungen der Arbeitgeber auszurichten. Gleichzeitig müssten Frauen eine größere Rolle bei der Gestaltung und Führung im Technologiesektor einnehmen. Auch Salvatore Nigro, Geschäftsführer von JA Europe, einer europäischen Organisation zur Förderung unternehmerischer Kompetenzen junger Menschen, hob die Bedeutung frühzeitiger Lernmöglichkeiten hervor. Er berichtete von seinen ersten Programmiererfahrungen an einem Olivetti-Computer, die ihm seine Eltern ermöglicht hatten, obwohl sie selbst nur wenig über Technologie wussten. Sein Beispiel verdeutlichte die Bedeutung von Neugier, Kreativität und frühem Zugang zu digitalen Technologien für die Entwicklung zukünftiger Fachkräfte.

Frauen in digitalen Berufen weiterhin benachteiligt

Ein zentrales Thema der Veranstaltung waren die bestehenden Hürden für Frauen im digitalen Bereich. Der im Rahmen der Konferenz vorgestellte Women in Digital Index 2026, ein Index zur Bewertung der Beteiligung von Frauen im digitalen Bereich, weist für die Europäische Union einen Durchschnittswert von 49,9 von 100 Punkten aus. Schweden, Finnland und Irland führen das Ranking an. Besonders deutliche Defizite zeigen sich in der Ausbildung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Die Ergebnisse verdeutlichen, dass geschlechtsspezifische Ungleichheiten bereits während der Ausbildung entstehen und nicht erst beim Berufseinstieg.

Vertreterinnen und Vertreter aus sieben EU-Mitgliedstaaten stellten nationale Ansätze vor, um Frauen den Zugang zu digitalen Berufen zu erleichtern. Thematische Arbeitsgruppen des Women in Digital Forum, eines Forums zur Förderung der Beteiligung von Frauen im digitalen Bereich, erprobten zudem praktische Instrumente und Empfehlungen. Im Fokus standen Bildungswege von Mädchen, der berufliche Wiedereinstieg von Frauen, sich überschneidende Benachteiligungen sowie die Teilhabe von Frauen an der KI-Wirtschaft.

Digitale Ausbildung stärker mit Wirtschaft verknüpfen

Neben der Chancengleichheit stand die Frage im Mittelpunkt, wie Aus- und Weiterbildung besser mit den sich wandelnden Anforderungen der Wirtschaft Schritt halten können. Mit der Vorstellung der AISHA European AI Skills Academy, einer europäischen Akademie zur Förderung von Kompetenzen im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI), wurden Maßnahmen zur Stärkung des europäischen KI-Fachkräftepotenzials aufgezeigt.

Weitere Diskussionen widmeten sich den Bereichen Cybersicherheit, Halbleitertechnologie, der Analyse des Kompetenzbedarfs und branchenspezifischen Qualifikationen. Ziel war es, Bildungsangebote, Anforderungen der Arbeitgeber und neue Kompetenzanforderungen besser miteinander zu verknüpfen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Veränderungen der Arbeitswelt durch Künstliche Intelligenz. Bernie Foley, Vizepräsidentin für Produktmanagement beim Softwareunternehmen Workday, zeigte anhand praktischer Beispiele, wie KI-Agenten alltägliche Arbeitsabläufe verändern und administrative Tätigkeiten reduzieren können. Gleichzeitig unterstrich sie die anhaltende Bedeutung menschlicher Urteilsfähigkeit und analytischen Denkens.

Weiterbildung alleine nicht ausreichend

Am zweiten Veranstaltungstag standen die berufliche Neuqualifizierung, wirtschaftsorientierte Weiterbildungsangebote, der Einsatz von KI im Gesundheitswesen sowie die berufliche Weiterentwicklung von Lehrenden im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich, dass Qualifizierungsmaßnahmen allein nicht ausreichen. Ebenso notwendig sind organisatorische Veränderungen, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und gezielte Maßnahmen, um qualifizierte Fachkräfte langfristig zu halten. Dies gilt insbesondere für Frauen in digitalen Berufen. In ihrem Abschlussvortrag thematisierte Dr. Alessandra Sala die Gefahr, dass Künstliche Intelligenz bestehende Ungleichheiten durch verzerrte Daten und geschlechtsspezifische Berufsstereotype verstärkt. Sie sprach sich für wirksamere politische Maßnahmen, Investitionen zur Förderung der Geschlechtergleichstellung sowie eine stärkere Beteiligung von Frauen an Führungs- und Entscheidungsprozessen im KI-Bereich aus.

Digitale Transformation braucht Teilhabe

Die Digital Talent EU Days 2026 machten deutlich, dass Europas digitale Transformation nicht allein von technologischen Entwicklungen abhängt. Ebenso entscheidend sind die Förderung digitaler Kompetenzen, ein gerechter Zugang zu Bildung und die Verknüpfung von Qualifikationen mit beruflichen Perspektiven. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen – sowohl in der Aus- und Weiterbildung als auch als Fach- und Führungskräfte in der digitalen Arbeitswelt.

Weitere Informationen und einen ausführlichen Veranstaltungsbericht bietet die Website von Connecting Women in Digital.


Dieser Beitrag beruht auf einem Artikel von Dorina Stanculescu, der auf der Europäischen Plattform für Digitale Skills und Jobs am 30. Oktober 2026 veröffentlicht wurde.