European Digital Innovation Hubs
Unterstützung bei der digitalen Transformation
European Digital Innovation Hubs (EDIHs) fungieren als zentrale Anlaufstellen für Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors. Sie unterstützen dabei, Geschäfts- und Produktionsprozesse, Produkte oder Dienstleistungen mithilfe digitaler Technologien weiterzuentwickeln. Dazu bieten die EDIHs Zugang zu technischem Fachwissen und Testmöglichkeiten. Unternehmen können digitale Lösungen nach dem Prinzip „Test before Invest“ erproben, bevor sie Investitionsentscheidungen treffen.
Darüber hinaus stellen die Hubs Innovationsdienstleistungen bereit. Dazu zählen Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten sowie Trainings und Angebote zur Kompetenzentwicklung, die für eine erfolgreiche digitale Transformation von zentraler Bedeutung sind. Auch ökologische Herausforderungen stehen im Fokus. Die EDIHs unterstützen Unternehmen insbesondere dabei, digitale Technologien für mehr Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft einzusetzen.
Regional verankert und europaweit vernetzt
Die EDIHs verbinden ihre regionale Präsenz mit den Möglichkeiten eines europaweiten Netzwerks. Durch ihre Verankerung vor Ort können sie Dienstleistungen anbieten, die auf die Bedürfnisse lokaler Unternehmen und das jeweilige Innovationsökosystem zugeschnitten sind – auch in der jeweiligen Landessprache. Gleichzeitig ermöglicht das europäische Netzwerk den Austausch bewährter Verfahren zwischen Hubs verschiedener Länder. Benötigen Unternehmen Kompetenzen, die in ihrer Region nicht verfügbar sind, können zudem spezialisierte Dienstleistungen regionsübergreifend vermittelt werden.
Im Rahmen des Programms werden 50 Prozent der Finanzierung durch DIGITAL bereitgestellt. Die übrigen 50 Prozent stammen von den Mitgliedstaaten, assoziierten Ländern, deren Regionen und/oder privaten Finanzierungsquellen. Nationale Regierungen und regionale Behörden spielten bei der Auswahl der EDIHs eine zentrale Rolle. Sie identifizierten geeignete Kandidaten für die europäischen Ausschreibungen. Hochwertige EDIH-Kandidaten, für die keine Finanzierung aus DIGITAL zur Verfügung stand, erhielten ein „Seal of Excellence“. Einige dieser Einrichtungen sollen durch ihre Mitgliedstaaten oder Regionen finanziert werden und können nach Aufnahme ihres Betriebs ebenfalls Teil des EDIH-Netzwerks werden.
Mehr KI-Kompetenzen für Unternehmen
Der AI Continent Action Plan unterstreicht die Bedeutung kontinuierlichen Lernens für Unternehmen – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, Mid-Caps und Start-ups. Vorgesehen ist, das EDIH-Netzwerk zu nutzen, um Angebote zur Kompetenzentwicklung und Weiterbildung auszubauen. Dazu sollen praxisorientierte KI-Kurse für unterschiedliche technische und nicht-technische Vorkenntnisse sowie für spezifische Branchen angeboten werden. Diese Initiative ergänzt die Ziele der „Apply AI Strategy“. Als Erfahrungszentren für Künstliche Intelligenz sollen die EDIHs die „AI first“-Politik der Europäischen Union unterstützen. Unternehmen sollen dazu ermutigt werden, KI als Teil möglicher Lösungen einzusetzen und dabei sowohl potenzielle Vorteile als auch Risiken zu bewerten. Zugleich sollen die EDIHs die Einführung und Integration europäischer KI-Lösungen fördern und damit zum Wachstum des europäischen KI-Ökosystems beitragen.
Netzwerk für Austausch und Wissenstransfer
Mit dem EDIH-Netzwerk will die Europäische Kommission eine aktive Gemeinschaft von Hubs und weiteren Akteuren aufbauen. Ziel sind Vernetzung, Zusammenarbeit und Wissenstransfer zwischen EDIHs, kleinen und mittleren Unternehmen, Mid-Caps, dem öffentlichen Sektor sowie weiteren relevanten Akteuren und Initiativen. Der Digital Transformation Accelerator (DTA) unterstützt dieses Ziel unter anderem durch die Betreuung des Webauftritts des Netzwerks sowie durch die Bereitstellung geeigneter Softwareplattformen und digitaler Werkzeuge. Dazu gehört auch der Online-Katalog der European Digital Innovation Hubs.
Weitere Informationen zu den Digital Innovation Hubs - insbesondere zu den Hubs in Österreich - finden Sie auf der Website der FFG.
Dieser Beitrag beruht auf einem Artikel von Matteo Mirigliano, der auf der Europäischen Plattform für Digitale Skills und Jobs am 28. August 2026 veröffentlicht wurde.