Digitale Zukunft für Europas ländliche Räume
Digitale Kompetenzen sind eine wesentliche Voraussetzung für die Teilhabe an der heutigen Gesellschaft. Gerade in ländlichen Gebieten können sie dazu beitragen, Unterschiede zwischen Stadt und Land zu überbrücken und die sozioökonomische Entwicklung nachhaltig voranzutreiben. Wenn Menschen in ländlichen Regionen denselben Zugang zu Online-Ressourcen und öffentlichen Dienstleistungen haben – etwa zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Beschäftigungsmöglichkeiten und Behördendiensten –, kann sich die Kluft zwischen urbanen und ländlichen Gebieten weiter verringern. Ländliche Räume spielen eine zentrale Rolle im europäischen Gefüge. Die Europäische Kommission hat daher eine langfristige Vision für die ländlichen Gebiete der EU bis 2040 verabschiedet. Eine eigene Community of Practice unterstützt zudem den Wissens- und Erfahrungsaustausch.
Ländliche Räume und ihr Potenzial
Bei Modernisierung und Digitalisierung stehen häufig Städte im Mittelpunkt, in denen ein großer Teil der europäischen Bevölkerung lebt. Dabei machen ländliche Gebiete 83 Prozent der Fläche der EU aus. Rund 137 Millionen Menschen leben dort – etwa 30 Prozent der europäischen Bevölkerung. Die Stärkung digitaler Kompetenzen ermöglicht es Menschen in ländlichen Gebieten, die Vorteile des digitalen Zeitalters umfassender zu nutzen. Die langfristige Vision der EU sieht vor, dass ländliche Regionen vollständig von digitalen Innovationen profitieren, gleichen Zugang zu neuen Technologien erhalten und sowohl digitale Grundkompetenzen als auch weiterführende Fähigkeiten verbreitet werden. Auch die digitale Vernetzung ländlicher Gebiete soll verbessert werden. Gezielte Investitionen in Infrastruktur, Technologie und Kompetenzentwicklung werden im Rahmen der Leitinitiative „Rural Digital Futures“ gebündelt.
EU-Förderungen mit dem Rural Toolkit finden
Das „Rural Toolkit“ bietet einen umfassenden Überblick über EU-Förderungen und Unterstützungsangebote für ländliche Gebiete. Es soll dabei helfen, Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte zu finden, geeignete Partner zu identifizieren und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten zu erschließen. Das Angebot richtet sich unter anderem an lokale Behörden, Institutionen und andere Akteure, Unternehmen sowie Einzelpersonen. Sie können damit bestehende EU-Fonds, Programme und weitere Förder- und Unterstützungsinitiativen identifizieren und für die Entwicklung ländlicher Regionen nutzen.
Digitale Kompetenzen für ländliche Regionen
Verschiedene Initiativen fördern die nachhaltige Entwicklung digitaler Kompetenzen in ländlichen Gebieten.
- Die Initiative Digital Communities richtet sich an ältere Menschen in ländlichen Regionen, die häufig von digitaler Ausgrenzung betroffen sind.
- Das über Erasmus+ finanzierte Projekt Growing Together (GT) gab jungen Menschen eine Stimme – insbesondere jenen aus ländlichen Gebieten. Sie beteiligten sich an Debatten über die Zukunft der Lebensmittelproduktion und weitere Zukunftsfragen Europas. Mehr als 3.000 junge Menschen wurden im Rahmen des Projekts erreicht.
- Das MAIs Project – Women farmers in the inner territories, das 2020 startete, ist ein Pilotprojekt in den portugiesischen Gemeinden São Pedro do Sul und Sabugal. Das Projekt bietet Potenzial für eine Übertragung auf andere Kontexte und Regionen.
- In Finnland unterstützt das KyLille-Projekt Menschen in Dörfern mit Schulungen beim nachhaltigen Aufbau und Erwerb digitaler Kompetenzen.
- Die slowenische Initiative Simbioza Mobiln@ wiederum setzt ein mobiles Klassenzimmer ein. Mit Workshops und Lernaktivitäten zu grundlegender digitaler Kompetenz trägt sie dazu bei, die digitale Kluft für ältere Menschen zu verringern.
Weitere Projekte und Initiativen für ländliche Gebiete sind über eine von der EU bereitgestellte Aktivitätenkarte abrufbar.
Dieser Beitrag beruht auf einem Artikel von Galina Misheva, der auf der Europäischen Plattform für Digitale Skills und Jobs am 28. August 2026 veröffentlicht wurde.