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Ein Jahr „Union of Skills“: EU zieht Zwischenbilanz

Die EU verweist nach einem Jahr „Union of Skills“ auf erste Maßnahmen, um Fachkräfte zu fördern, Engpässe zu mindern und Bildungssysteme zu stärken.

Am 05. März 2026 hat sich der Start der „Union of Skills“ zum ersten Mal gejährt. Die Initiative soll Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken. Vor dem Hintergrund des grünen und digitalen Wandels der europäischen Wirtschaft gewinnen Kompetenzen nach Darstellung der EU weiter an Bedeutung. Sie gelten als wichtiger Treiber für Innovation, Resilienz und nachhaltiges Wachstum.

Mit Investitionen in Menschen, Maßnahmen gegen Arbeitskräftemangel sowie der Förderung von Bildung, Ausbildung und lebenslangem Lernen soll die „Union of Skills“ diesen Wandel unterstützen.

Erste Maßnahmen nach dem Start

Nach Angaben der EU wurden im ersten Jahr bereits konkrete Schritte umgesetzt. Die neue Qualifikationsstrategie soll Beschäftigte und Unternehmen unterstützen, die Zusammenarbeit mit Mitgliedstaaten, Industrie und Bildungsanbietern ausbauen und zugleich eine belastbare Governance-Struktur schaffen.

Zu den bisherigen Maßnahmen zählt ein Pilotprojekt „Skills Guarantee“ mit einem Volumen von 14,5 Millionen Euro. Es richtet sich an Beschäftigte in der Automobilindustrie, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, und soll zugleich Unternehmen dabei helfen, Arbeitskräftemangel in wichtigen Sektoren zu begegnen. Hinzu kommt eine erste Empfehlung des Rates zum Humankapital. Sie soll den Mitgliedstaaten Orientierung geben, um Investitionen und Reformen in den Bereichen Bildung und Kompetenzen voranzubringen.

Neue Gremien und bessere Datengrundlagen

Die ehemalige Kommissarin Ylva Johansson leitet inzwischen das European Skills High-Level Board. In dem Gremium kommen zentrale Akteurinnen und Akteure zusammen, um Qualifikationslücken anzugehen.

Mit dem European Skills Intelligence Observatory wurde zudem eine Stelle geschaffen, die Daten und Vorausschau zu Kompetenzbedarfen bereitstellt. Damit soll eine evidenzbasierte Politikgestaltung unterstützt werden.

Fokus auf Grundkompetenzen und MINT

Die EU hat nach eigenen Angaben auch auf sinkende Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften reagiert. Dazu wurden ein Aktionsplan für Grundkompetenzen, ein strategischer Plan für die MINT-Bildung sowie die Initiative „Girls Go STEM“ auf den Weg gebracht. Darüber hinaus sollen der Pilot „Choose Europe“ und eine neue Visa-Strategie dazu beitragen, internationale Spitzenkräfte in Forschung und Bildung zu gewinnen und in Europa zu halten.

Nächste Schritte angekündigt

Für die kommenden Jahre kündigt die Europäische Kommission eine neue Reihe von Initiativen an. Ziel ist es, Bildungssysteme weiter zu stärken und Europas Arbeitskräfte auf künftige Herausforderungen vorzubereiten.

Mit der Skills Portability Initiative soll die Anerkennung von Qualifikationen über Grenzen hinweg erleichtert werden. Das soll Menschen helfen, sich innerhalb der EU freier zu bewegen und zu arbeiten. Geplant ist außerdem eine neue europäische Strategie für die berufliche Aus- und Weiterbildung. Technische Berufe sollen damit attraktiver werden und stärker an den Bedarf des Arbeitsmarktes angepasst werden. Hintergrund ist, dass sich die meisten Engpassberufe in diesen Bereichen befinden.

Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte

Ein Förderprogramm für Grundkompetenzen soll sich an Kinder und junge Menschen richten, die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben sowie bei digitalen Kompetenzen haben. Zudem ist eine Roadmap für digitale Bildung bis 2030 vorgesehen. Sie soll den gleichberechtigten Zugang zu digitalem Lernen fördern und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Bildung und Ausbildung stärken. Ergänzend dazu soll eine EU-Agenda für Lehrkräfte und Ausbildende auf Personalmangel reagieren und die Arbeitsbedingungen im Bildungsbereich verbessern.

Kompetenzen als Kern der Transformation

Die neuen Vorhaben bauen laut Kommission auf bestehenden EU-Programmen und Partnerschaften auf. Damit soll die Rolle der „Union of Skills“ für Europas langfristige Wettbewerbsfähigkeit weiter gestärkt werden. Zugleich sollen Menschen, Bildung und Kompetenzen im Zentrum der wirtschaftlichen und sozialen Transformation Europas bleiben.


Dieser Beitrag beruht auf einem Artikel von Elisa Podaru, der auf der Europäischen Plattform für Digitale Skills und Jobs am 26. März 2026 erstveröffentlicht wurde.