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Digitale Teilhabe in Europa 2025

Neue Eurostat-Daten zeigen: Internetzugang ist in der EU nahezu flächendeckend, die Nutzung vielfältig – doch digitale Ungleichheiten bleiben bestehen.

Fast flächendeckende Internetnutzung

Digitale Technologien sind 2025 fester Bestandteil des Alltags in der Europäischen Union. Laut Eurostat verfügten 94 % der EU-Haushalte über einen Internetzugang, ebenso viele Personen nutzten das Internet in den letzten drei Monaten. Rund 4 % gaben an, es im gesamten Jahr nicht genutzt zu haben. Mobile Geräte dominieren den Zugang: Fast neun von zehn Internetnutzerinnen und -nutzern gehen über Smartphones oder ähnliche Geräte online.

Die Internetnutzung ist geografisch jedoch ungleich verteilt. Länder wie die Niederlande und Luxemburg melden Nutzungsraten von über 99 %, während andere Mitgliedstaaten näher bei 90 % liegen. Das verdeutlicht bestehende Lücken bei der digitalen Teilhabe. Personen ohne Internetnutzung nennen als Hauptgründe fehlenden Bedarf, Schwierigkeiten in der Anwendung sowie in geringerem Ausmaß Zugangsprobleme, Sicherheitsbedenken oder Kosten.

Breites Spektrum an Online-Aktivitäten

Wer online ist, nutzt das Internet vielfältig:

  • Kommunikation: E-Mails, Instant Messaging sowie Sprach- und Videoanrufe sind weit verbreitet.

  • Informationssuche: Viele Menschen recherchieren Produkte, Dienstleistungen oder Gesundheitsinformationen.

  • E-Commerce: Online-Käufe von Waren und Dienstleistungen, etwa für Einkäufe oder Reisen, sind zur Routine geworden.

  • E-Government: Die Nutzung digitaler Behördendienste und elektronischer Identitäten (eID) nimmt zu, wenn auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten je nach Land.

Generative KI: frühe, aber deutliche Nutzung

Ein auffälliger Trend 2025 ist die Nutzung generativer KI. Rund ein Drittel der Europäerinnen und Europäer hat solche Werkzeuge bereits eingesetzt, vor allem privat, aber auch für Arbeit und Bildung. Die höchsten Nutzungsraten verzeichnen nordische und baltische Staaten.

Unter den Nichtnutzenden gaben 39 % an, keinen Bedarf zu sehen – besonders häufig in Polen und Deutschland. Weitere Gründe sind mangelndes Wissen über KI (8 %), Unkenntnis ihrer Existenz (5 %) sowie Datenschutz- und Sicherheitsbedenken (4 %).

Digitale Kluft bleibt bestehen

Die Europäische Erklärung zu den digitalen Rechten fordert eine digitale Transformation, die niemanden zurücklässt. Trotz hoher Gesamtnutzung zeigen die Daten weiterhin Unterschiede: Irland, die Niederlande und Dänemark erreichen über 99 % Internetnutzung sowohl in städtischen als auch ländlichen Gebieten. In Griechenland, Bulgarien und Kroatien sind die Unterschiede zwischen Stadt und Land am größten. Generell nutzen ältere Menschen und Bewohner ländlicher Regionen das Internet seltener als jüngere Gruppen und Stadtbevölkerungen.

Die Eurostat-Zahlen zeigen eine stark digitalisierte europäische Gesellschaft. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass weitere Anstrengungen bei digitaler Inklusion, Kompetenzaufbau und Unterstützung benachteiligter Gruppen nötig sind. Künftige Fortschritte im Rahmen der Digitalen Dekade der EU werden nicht allein vom Netzausbau abhängen, sondern davon, ob alle Menschen von der digitalen Transformation profitieren und sich aktiv daran beteiligen können.


Dieser Beitrag beruht auf einem Artikel von Rosemary Sheridan, der auf der Europäischen Plattform für Digitale Skills und Jobs am 21. Jänner 2026 erstveröffentlicht wurde.