EU-Umfrage: Digitale Kompetenzen unverzichtbar
Breiter Konsens über Bedeutung digitaler Bildung
Die Flash-Eurobarometer-Umfrage 564 „Future needs in digital education“ macht deutlich, dass digitale Kompetenzen für EU-Bürgerinnen und -Bürger zu den grundlegenden Fähigkeiten zählen. 92 Prozent sind der Ansicht, dass digitale Kompetenzen auf allen Bildungsstufen vermittelt werden sollten. 78 Prozent fordern, ihnen denselben Stellenwert einzuräumen wie Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.
Zugleich sehen 80 Prozent der Befragten in digitaler Bildung ein wichtiges Mittel zum Schutz vor Online-Fehl- und Desinformation. Während 69 Prozent ein Verbot von Smartphones an Schulen unterstützen, sprechen sich 87 Prozent für den Einsatz speziell für Lernzwecke entwickelter digitaler Technologien aus.
Künstliche Intelligenz: Chancen nutzen, Risiken klären
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Bildung stößt auf großes Interesse, aber auch auf Vorbehalte. Mehr als die Hälfte der Befragten erkennt sowohl Vorteile als auch Herausforderungen für Lehren und Lernen und fordert eine vertiefte Auseinandersetzung damit. Lehrkräfte werden dabei als zentrale Akteure gesehen: 81 Prozent sind der Meinung, dass Lehrerinnen und Lehrer über die notwendigen Kompetenzen verfügen sollten, um KI – einschließlich generativer KI – zu verstehen und anzuwenden.
Digitale Gesundheit und Verantwortung stärken
Ein weiterer Schwerpunkt der Umfrage liegt auf dem digitalen Wohlbefinden. 92 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Schulen vermitteln sollten, wie digitale Technologien und soziale Medien die mentale und körperliche Gesundheit beeinflussen. Die Verantwortung sehen viele nicht allein bei den Schulen: 88 Prozent nennen Lehrkräfte und 87 Prozent Eltern sowie Familien als wichtige Unterstützer bei der Entwicklung eines sicheren und verantwortungsvollen Umgangs mit Technologie.
Ausblick: Grundlage für künftige EU-Initiativen
Die Ergebnisse der Umfrage sollen in die Arbeit der Europäischen Kommission zur Stärkung der digitalen Bildung einfließen. Für 2026 ist ein Bildungspaket im Rahmen der „Union of Skills“ geplant, das auch eine Roadmap bis 2030 zur Zukunft der digitalen Bildung und Kompetenzen enthalten wird.
Weiterführende Informationen
Dieser Beitrag beruht auf einem Artikel von Rosemary Sheridan, der auf der Europäischen Plattform für Digitale Skills und Jobs am 16. Dezember 2025 erstveröffentlicht wurde.