Digitaler Aktionsplan Austria
Digitalisierung gemeinsam gestalten
Der „Digitale Aktionsplan Austria“ begleitete die digitale Transformation in Österreich in den Jahren 2020 - 2024.
Vision „Digitale Verantwortungsgesellschaft“
Hinter dem Digitalen Aktionsplan Austria steht das Wertefundament eines lebenswerten, demokratischen, digitalen Österreichs 2050 ohne Kontrollstaat und Monopolunternehmen - basierend auf einer „Digitalen Verantwortungsgesellschaft".
Dieses Zielbild leitet auch die anderen Strategien im Digitalisierungsbereich. Im Abschlusskapitel des Digitalen Aktionsplans wurde dieses Zielbild für die weiteren Digitalisierungsmaßnahmen an die aktuellen Trends und Entwicklungen angepasst an „Die Sichere Digitale Verantwortungsgesellschaft“.
Digitale Transformation dient in unterschiedlichen Ländern oftmals unterschiedlichen Interessen (Überwachung, monopolartige Bestimmung der Entwicklung etc.).
Digitale Souveränität für Österreich
Damit ist die Widerstandsfähigkeit Österreichs in der digitalen Welt gemeint. Digital souverän bedeutet, dass ein Staat Entscheidungen in Bezug auf seine digitale Infrastruktur, seine Services und seine Daten eigenständig treffen und insbesondere seine Daten schützen kann.
Schlüsselelement: Der Souveränitätskompass
als Orientierungsinstrument für die österreichische Verwaltung und kritische Infrastruktur zur raschen Erkennung digitaler Risiken und Ableitung in Maßnahmen. Digitale Abhängigkeiten werden in unterschiedlichen Bereichen sichtbar und bewusst gemacht, die Beurteilung und Risikoeinstufung erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen in einem Ampelsystem, sodass deutlich wird, in welchen Bereichen Maßnahmen abzuleiten sind, um die digitale Souveränität Österreichs zu stärken.
Fokus Daten: Mehr aus Daten machen
Ein Top-Thema des Digitalen Aktionsplans: Österreich soll mehr aus seinen Daten machen. Sie sind zur wichtigsten Ressource für Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur geworden.
Der Digitale Aktionsplan Austria zeigt, was wichtig ist:
- Die bessere Nutzung von Daten fördert erfolgreiches Krisenmanagement und nachhaltigen Aufschwung.
- Daten sollen bei voller Transparenz gegenüber Bürgerinnen und Bürger anonymisiert für das Gemeinwohl genutzt werden können.
- Die Datenkompetenz der Bürgerinnen und Bürger ist ein wichtiges Fundament für ihre Datensouveränität - denn sie selbst entscheiden, welche Behörde oder welches Unternehmen ihre anonymisierten Daten verarbeiten darf.
Der Prozess zum Digitalen Aktionsplan
Der Digitale Aktionsplan Austria wurde in einzelnen Kapiteln im Rahmen von Aktionsfeldern erarbeitet und präsentiert. Für die Themenfindung und -erarbeitung wurden jeweils themenspezifisch Expertinnen und Experten unterschiedlichster Disziplinen aus der öffentlichen Verwaltung, Wirtschaft und Forschung gleichermaßen einbezogen.
Mit wissenschaftlicher Begleitung entstanden auf diese Weise je nach Thema im Ergebnis konkrete Vorhaben und Projekte oder legistische Maßnahmen, welche die digitale Transformation im jeweiligen Themenbereich erfolgreich vorantreiben sollten.
Abschluss: Digitaler Aktionsplan Fazit
Das letzte Kapitel gibt einen Rückblick auf das gesamte Projekt und vor dem Hintergrund aktueller Trends und Entwicklungen einen Ausblick auf einen zukünftigen wirksamen Rahmen für die digitale Transformation Österreichs.
Insgesamt wurden im DAA 315 Maßnahmen aufgelistet und davon im Abschlusskapitel 15 Maßnahmen als „Leuchtturmprojekte“ identifiziert. Diese zeichnen sich durch besondere Relevanz, ressortübergreifende Wirkung und hohe Umsetzbarkeit aus.
Das Zukunftsbild der Digitalen Verantwortungsgesellschaft beschreibt ein „Digitales Österreich 2040–2050“ mit einem hohen Grad der Digitalisierung und digital kompetenten Menschen, die vernetzte Anwendungen erfolgreich und möglichst eigenverantwortlich nutzen. Dieses Zielbild wurde im Jahr 2024 kritisch geprüft und unter Anwendung von Schlüsselfaktoren (mit einflussreichen, aber schwer vorhersehbaren Aspekten) erweitert und nachgeschärft.
Schlüsselfaktoren
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Künstliche Intelligenz (KI)
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Cyberrisiken
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Fake News & Desinformation
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Digitale Bildung
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E-Government
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Nachhaltige IT & Grüne Technologie
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Quantencomputer/Quantencomputing
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Interoperabilität von Anwendungen und Datensätzen
Dem Digitalen Aktionsplan liegen prinzipiell drei Ziele zugrunde. Der Weg ins Zielbild der Digitalen Verantwortungsgesellschaft orientiert sich an sieben Leitlinien und sechs Prinzipien.
Im Zuge der Validierung der Ziele, Leitlinien und Prinzipien wurde durch die Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung empfohlen, ein viertes Ziel zu ergänzen, um ein hohes Schutzniveau im digitalen Raum in den primären Fokus zu nehmen. Zudem wurde angeraten, zwei zusätzliche Leitlinien zu ergänzen: „Sicherheitsaspekte im digitalen Raum verstärkt berücksichtigen“ und „Digitale Entwicklung verstärkt gestalten“. Es hat sich gezeigt, dass insbesondere sicherheitsrelevante Aspekte zu ergänzen wären.
Für das Zielbild ergibt sich damit die Empfehlung, es zu erweitern und neu zu formulieren – als "die Sichere Digitale Verantwortungsgesellschaft".
Entscheidende Schritte dazu
Durch klare gesetzliche Rahmenbedingungen beispielsweise für den Einsatz von KI oder auch Regelungen zur Förderung der Resilienz gegen Cyberrisiken kann das Zielbild, das im DAA erarbeitet wurde, erreicht werden. Es wird empfohlen, Maßnahmen zur Bekämpfung von Desinformation und Fake News zu ergreifen und durch weitere gezielte staatliche Initiativen die Digitalisierung sicher voranzutreiben. Im Rahmen des staatlichen Gestaltungsspielraums sollen alle Optionen ausgeschöpft werden, um langfristig das Zielbild zu erreichen.
Eine hohe digitale Kompetenz aller Bürgerinnen und Bürger ist unerlässlich für "die Sichere Digitale Verantwortungsgesellschaft". Um dies zu erreichen, wird empfohlen, weiter in die digitale Bildung zu investieren. Durch kontinuierliche Förderprogramme und den Ausbau von Initiativen wie der Digitalen Kompetenzoffensive (DKO) kann die Eigenverantwortung im digitalen Raum gestärkt werden.
Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen, die auch im digitalen Raum vor allem auf die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und die gesamtstaatliche Sicherheitslage wirken, wird empfohlen, die Entwicklung eines hohen Schutzniveaus im digitalen Bereich zu forcieren. Nicht nur die Kompetenzen zur Abwehr von Cyberangriffen sind zu erhöhen, auch die technologischen Grundlagen müssen bereitgestellt und die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die Stärkung der digitalen Souveränität Österreichs gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Als zusätzliche Leitlinie, die bei der Digitalisierung in Österreich zukünftig zu beachten ist, kann die nachhaltige Gestaltung der digitalen Entwicklungen genannt werden. Beispielsweise kann durch energieeffiziente IT-Infrastruktur, nachhaltige Softwareentwicklung und weitere Maßnahmen zur Förderung grüner Digitalisierungslösungen erwirkt werden, dass die Akzeptanz digitaler Lösungen in der Bevölkerung steigt und das Zielbild "der Sicheren Digitalen Verantwortungsgesellschaft" schneller erreicht wird.
Das Einführen und Etablieren von ethischen Prinzipien über alle Digitalisierungsinitiativen hinweg wird empfohlen, um eine verantwortungsvolle digitale Transformation sicherzustellen. Die Berücksichtigung des Menschen im Zentrum der Digitalisierung wird in diesem Zusammenhang ebenso zur Zielerreichung hervorgehoben wie das Durchführen von Technikfolgenabschätzungen.
Darüber hinaus gleicht das Abschlusskapitel die Inhalte des Digitalen Aktionsplans mit jenen des Digital Austria Acts ab, um Synergien oder auch blinde Flecken zu erkennen. Viele Schwerpunktthemen der DAA-Kapitel decken sich mit den Zielen des Digital Austria Acts.
Der Digital Austria Act ist das digitale Arbeitsprogramm der Bundesregierung und wurde im Jahr 2023 im Ministerrat beschlossen. Im Juni 2025 entschied der Ministerrat, den Digital Austria Act als gemeinsame Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung weiterzuentwickeln, um mit dem Digital Austria Act 2.0 einen breit getragenen, zukunftsorientierten und wirksamen Rahmen für die digitale Transformation zu schaffen.
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