DIE TEILHABE ALLER AN DEN CHANCEN DER DIGITALISIERUNG SICHERN

Digitales Österreich im europäischen Vergleich

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Der Vergleich macht uns nicht nur sicher, sondern auch besser: Der Digital Economy and Society Index (DESI) der EU dokumentiert, wie es um unsere digitale Leistungsfähigkeit bestellt ist. So können wir durch den Ausbau leistungsstarker Infrastruktur und die gezielte Weiterentwicklung  moderner Verwaltungsservices, digitaler Kompetenzen und des Einsatzes digitaler Technologien mehr aus der Zukunft machen.

IMPULSE FÜR EINE DIGITALE TRANSFORMATION

Digitalisierung ist ein unverzichtbarer Treiber für Wachstum, Resilienz und Zukunftssicherung. Die digitale Transformation bringt nicht nur neues Wachstum und Arbeitsplätze, sondern reduziert Bürokratie und macht für Unternehmen und Menschen vieles einfacher. Wir stellen mit den Initiativen und Projekten heute die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Zukunft.

Fokus 2023 auf Fortschritten im Kontext der Europäischen Digitalen Dekade

Der DESI 2023 zeigt für Österreich überdurchschnittliche Ergebnisse bei Humankapital, Digitalisierung von Unternehmen und digitalen Verwaltungsservices. 

Der Digital Economy und Society Index (DESI) der Europäischen Kommission stellt das zentrale Messinstrument für den Digitalisierungsgrad und -fortschritt der EU-Mitgliedstaaten dar.

Der Fokus liegt dabei – in Anlehnung an Europas Digitale Dekade (2020 – 2030) – auf vier Kernbereichen, die eine zentrale Rolle bei der digitalen Transformation spielen. Dazu zählen die Dimensionen "Humankapital" im Hinblick auf die digitalen Kompetenzen, das Themenfeld "Infrastruktur", der Bereich "Einsatz digitaler Technologien durch Unternehmen" und das Handlungsfeld "digitale Verwaltungsservices".

Um die Methodik des Index zu verbessern, ein aktuelles Bild der digitalen "Leistungsfähigkeit" der EU Mitgliedstaaten zu geben und den neuesten technologischen Entwicklungen Rechnung zu tragen, wird der DESI regelmäßig angepasst.

Für den DESI 2023 wurden im vergangenen Jahr 20 der 32 Indikatoren neu erhoben. Die Werte der weiteren 12 Indikatoren, besonders in den Bereichen Humankapital und Unternehmensdigitalisierung wurden fortgeschrieben.

Neben der Internetnutzung im Bereich Humankapital kommen mit den Themen User Support, Mobile Nutzerfreundlichkeit, Service-Transparenz und Zugang zu Gesundheitsdaten gleich vier neue Indikatoren in die Messdimension zu den digitalen Verwaltungsservices hinzu.

Das bedeutet, dass die Hälfte der acht Indikatoren in diesem Bereich erstmalig bewertet werden. Effekte von aktuellen und kürzlich umgesetzten Vorhaben werden in diesen Themenfeldern erst in den nächsten Jahren sichtbar werden.

DESI 2023 | Dashboard for the Digital Decade (europa.eu)

oval 63 %

der Österreicherinnen und Österreicher verfügen über grundlegende digitale Kompetenzen wie Textverarbeitung oder das Erstellen von Präsentationen.

oval 92 %

beträgt die 5G-Abdeckung in Österreich und liegt damit deutlich über dem europäischen Schnitt von 81%.

oval 16 %

der heimischen KMU sind beim grenzüberschreitendem Online-Vertrieb aktiv, Österreich liegt dabei klar über dem EU-Durchschnitt und an der Spitze der EU-27.

Das Diagramm zeigt den Ausbau der Digitalen Infrastruktur im Verhältnis mit dem EU Durchschnitt und den Zielvorgaben der Digitalen Dekade.
icon Daten & Fakten

Österreich in vielen Bereichen über EU-Durchschnitt

Highlight: Österreich erreicht 2023 in den Bereichen Humankapital, Digitalisierung von Unternehmen und digitale Verwaltungsservices überdurchschnittliche Resultate, wobei der Abstand zum Schnitt der EU-27 in den Messdimensionen Humankapital und digitale Verwaltungsservices am deutlichsten ausfällt.

Überdurchschnittliche Sprünge gelingen im Bereich der festen Breitbandnetze, wo nach wie vor Aufholbedarf besteht, sowie bei den IKT-Fachkräften, bei denen weiterhin ein signifikanter Arbeitskräftemangel vorherrscht.

Aufholbedarf sieht das Ranking auch bei den IKT-Weiterbildungen im Bereich Humankapital.

E-Government Benchmark 2023: eAusweise App unter den Good Practices

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Österreich mit Platz 14 führend im DACH-Raum, Services eAusweise App und digitalen Führerschein, Zoll4D und Grant4Companies als Good Practices ausgewiesen.

Im europäischen Vergleich liegt Österreich mit seiner eGovernment-Performance (78 Punkte) klar über dem EU-Durchschnitt (70%) und ist mit Platz 14 im DACH-Vergleich (Deutschland, Österreich, Schweiz) klarer Vorreiter (Deutschland belegt Platz 21, die Schweiz Platz 29). Für den diesjährigen Benchmark wurden besonders die Lebenslagen Unternehmensgründung, Familie, Karriere, Studium untersucht.

Als international bedeutende Good Practices weist der eGovernment Benchmark die Services eAusweise App und digitalen Führerschein, Zoll4D und Grant4Companies aus.
Mit dem Altersnachweis wurde in der mobilen App "eAusweise" im September überdies das Angebot für die Wirtschaft weiter ausgebaut und ein innovativer Meilenstein gesetzt.

Österreich auch 2023 über EU-Schnitt

Der eGovernment Benchmark untersucht seit 2001 jährlich digitale Verwaltungsservices (E-Government). Für das Jahr 2022 wurden diese in 35 Ländern (27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Norwegen, Montenegro, Serbien, Schweiz, Türkei, Albanien und Mazedonien) untersucht.

Als Grundlage für den Vergleich dienen die aus der Digitalen Agenda der Europäischen Union entnommenen Benchmarks Nutzer/innenzentriertheit, Transparenz, grenzüberschreitende Services und technologische Schlüsselelemente für eine Online-Serviceabwicklung.

Diese vier zentralen Benchmarks werden jährlich rollierend anhand von einzelnen Lebenslagen für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen untersucht, die eine Interaktion mit öffentlichen Stellen notwendig machen. Für den eGovernment Benchmark 2022 wurden die fünf Lebenslagen Health, Transport, Regular Business Operations, Moving und Small Claims Procedure durchleuchtet.

Die Abbildung zeigt das eGovernemnt in Österreich im Vergleich zu den anderen EU 27+ Mitgliedstaaten:  Albanien: 46% (#32)  Österreich: 76% (#13)  Belgien: 74% (#14)  Bulgarien: 61% (#23)  Kroatien: 61% (#25)  Zypern: 50% (#30)  Tschechien: 63% (#22)  Dänemark: 84% (#7)  Estland: 90% (#2)  Finnland: 85% (#6)  Frankreich: 70% (#18)  Deutschland: 63% (#21)  Griechenland: 52% (#29)  Ungarn: 66% (#20)  Island: 86% (#86)  Irland: 71% (#17)  Italien: 61% (#24)  Lettland: 80% (#9)  Litauen: 83% (#8)  Luxemburg: 87% (#3)  Malta: 96% (#1)  Montenegro: 38% (#35)  Niederlande: 85% (#5)  Nord Mazedonien: 35% (#35)  Norwegen: 79% (#10)  Polen: 55% (#27)  Portugal: 78% (#12)  Rumänien: 42% (#33)  Serbien: 49% (#31)  Slowakei: 60% (#26)  Slowenien: 67% (#19)  Spanien: 79% (#11)  Schweden: 74% (#15)  Schweiz: 55% (#28)  Türkei: 72% (#16) Quelle: Europäische Kommission

eGovernment Benchmark 2023 

oval 15.

in Cross-border Services

  • Cross-border Online Availability (67%),
  • Cross-border User Support (67%)
  • Cross-border eID (52%) und
  • Crossborder eDocuments (70%)
oval 17.

in User Centricity

  • Online Availability (91%)
  • Mobile Friendliness (99%)
  • User support (94%)
oval 13.

in Key Enablers

  • eID (67%)
  • eDocuments (88%)
  • Pre-fillde Forms (71%)
  • Digital Post (100%).
oval 12.

in Transparenz

  • Service Delivery (63%),
  • Personal Data (87%) und
  • Service Design (64%)
Das Diagramm zeigt die Ergebnisse Österreichs im eGovernment Benchmark 2023 in folgenden Bereichen im Vergleich zum EU-Durchschnitt:  "User Centricity" (Ö: 92%, EU: 88,3%), "Transparency" (Ö: 68%, EU: 59,5%), "Key Enablers" (Ö: 81%, EU: 68,7%) und "Cross Border Services" (Ö: 64%, EU: 54,5%)
icon Daten & Fakten

Die Lage in Österreich

Highlight: Als international bedeutende Good Practices weist der eGovernment Benchmark die Services eAusweise App und digitalen Führerschein, Zoll4D und Grant4Companies aus. Mit dem Altersnachweis wurde in der mobilen App "eAusweise" im September überdies das Angebot für die Wirtschaft weiter ausgebaut und ein innovativer Meilenstein gesetzt. Damit ist es möglich, innerhalb Österreichs die Altersberechtigung vorzuweisen. 

E-Government Monitor 2023: D-A-CH-Ländervergleich

oval 95 %

der Österreicherinnen und Österreicher nutzten einen Behördendienst online und wollen dies weiterhin online tun.

oval 73 %

der österreichischen Nutzerinnen und Nutzer sehen in der digitalen Abwicklung von Behördenwegen einen Vorteil gegenüber dem physischen Weg.

oval 56 %

der Österreicherinnen und Österreicher nutzen bereits mobil die E-Government Angebote.

Der eGovernment Monitor untersucht jährlich die Situation in Deutschland, Österreich und der Schweiz und zeichnet ein umfassendes Bild zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsangebote. Die Untersuchung 2023 besagt für Österreich weiterhin "Top im D-A-C-H-Vergleich". In den Bereichen Nutzung und Bekanntheit von Verwaltungsportalen liegt Österreich mit oesterreich.gv.at weiterhin deutlich vorne. Bei der Zufriedenheit des E-Government-Angebotes liegen die Schweiz mit 78% und Österreich mit 75% vor Deutschland mit 58 Prozent.

Die Studie eGovernment Monitor liefert seit 2012 jährlich ein umfassendes Lagebild zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsangebote in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach den diesjährigen Ergebnissen kennen 80% der Österreicherinnen und Österreicher das hiesige Bundesportal (oesterreich.gv.at), in der Schweiz waren es im Vorjahr 68% und in Deutschland 30%, die die jeweiligen nationalen Portale kennen. Zudem weist Österreich mit 70% die höchste Nutzungsquote bei E-Government Angeboten auf (Schweiz: 60 Prozent, Deutschland: 56 Prozent). Und 73% der Bürgerinnen und Bürger hierzulande sehen in der digitalen Abwicklung von Behördenwegen einen Vorteil gegenüber dem physischen Weg.

Klare Strategie mit Digital Austria Act

Bequemer, einfacher und sicherer Zugang zur Digitalisierung. Die nun vorliegenden Zahlen zeigen, dass unsere
E-Government-Services gut angenommen werden. Mit der digitalen Kompetenzoffensive schaffen wir die Grundlage, dass künftig alle Bürgerinnen und Bürger die modernen Services für sich nutzen können. Damit bringen wir die Verwaltung dank Digitalisierung dorthin, wo die Menschen sind.

Staatssekretär Florian Tursky
Künstliche Intelligenz im E-Government

Der Einsatz von KI im E-Government birgt enorme Chancen. Wir setzen sie bereits bei unsere Chatbots im Bundesministerium für Finanzen sowie bei "Grants4Companies" im Unternehmens-serviceportal ein. So ist es uns möglich Förderlücken oder Mehrfachförderungen einfacher zu identifizieren. Künstliche Intelligenz bringt Effizienzsteigerungen, verbesserte Arbeitsabläufe und vertiefte Datenanalysen mit sich.

Staatssekretär Florian Tursky

Bei der mobilen E-Government Nutzung liegt Österreich insgesamt mit 56% vor Deutschland mit 54% und der Schweiz mit 53%. Die Republik verzeichnet damit einen deutlichen Anstieg in der mobilen Nutzung via Smartphone beziehungsweise Tablet von sieben Prozent verglichen mit 2022. Und die App "Digitales Amt" weist in allen Altersgruppen relativ gleichmäßige Zuwächse auf: Im letzten Jahr gab es eine Steigerung von sechs Prozent - von 32 auf 38 Prozent – an Nutzerinnen und Nutzern in Österreich.


E-Government und KI

Erstmalig wurden heuer auch der Einsatz von "Künstlicher Intelligenz (KI)" im 
E-Government sowie die Nutzung von "Wallets", also "elektronischen Geldbörsen", zur Aufbewahrung von Karten, Tickets und ähnlichem abgefragt:
 

Beim Einsatz von KI zeigt das Ergebnis ein differenziertes Bild mit hohen Erwartungen und gewissen Vorbehalten: 56% der Befragten erwarten eine Verkürzung der Bearbeitungszeit bei Amtswegen durch den Einsatz von KI. 35% erwarten sich eine Reduktion von Bearbeitungsfehlern und 33% denken, dass Entscheidungen durch den Einsatz von KI objektiver werden. 20% lehnen den Einsatz von KI bei E-Government Services aktuell noch ab. Diese Skepsis kann vor allem durch weitere Information abgebaut werden. Wichtigster Faktor für die Akzeptanz ist die Frage der finalen Entscheidung, die für 48% durch den Menschen erfolgen soll.

Wallets werden von 74% der Österreicherinnen und Österreicher noch nicht genutzt, Hauptgrund dafür sei laut 40% der Befragten der fehlende Bedarf.


Studiendesign

Seit 2011 beleuchtet die Untersuchung jährlich die aktuelle E-Government-Situation in Deutschland.

Seit 2012 werden Österreich und die Schweiz als Vergleichsländer herangezogen. Dabei werden Interviews und Analysen zu Bekanntheit, Nutzung, Zufriedenheit, Nutzungsbarrieren und der Identifikation im Zusammenhang mit digitalen Behördengängen durchgeführt: In Österreich und der Schweiz wurden jeweils 1.002 Personen befragt, in Deutschland 8.112 (circa 500 je Bundesland), um wieder eine Detailbetrachtung der E-Government Situation in den einzelnen deutschen Bundesländern zu ermöglichen. Grundgesamtheit sind Personen ab 16 Jahren in Privathaushalten, die das Internet privat nutzen. Die Erhebung erfolgte mittels Online-Befragung. Zielgruppe der Studie sind Fachpublikum und Entscheidende aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft.

Statistik Austria: IKT in Unternehmen

Im Jahr 2023 setzen 11% der Unternehmen Künstliche Intelligenz/KI-Tech-nologien ein. Vor zwei Jahren waren es erst 9% gemäß Statistik Austria. Laut der Erhebung über den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Unternehmen ist die Unternehmensgröße maßgebend für die
KI-Nutzung. Je größer ein Unternehmen, desto eher nutzt es
KI-Technologien.

Mehr als die Hälfte (54%) der Unternehmen mit KI-Nutzung setzen künstliche Intelligenz vor allem zur Texterkennung und -verarbeitung ein. 43% dieser Unternehmen verwenden Technologien zur automatisierten Datenanalyse basierend auf maschinellem Lernen, 32% setzen KI zur Prozessautomatisierung und Erstellung von Entscheidungshilfen ein. Die erwähnten KI-Technologien werden häufiger in Dienstleistungsunternehmen als in Unternehmen des produzierenden Bereichs genutzt.
Mehr zur Erhebung in der Pressemitteilung: 13 181-209/23

Statistik Austria Publikation
IKT-Einsatz in Unternehmen 2023: Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien

Statistik Austria: IKT in Haushalten

Drei von zehn Personen in Österreich berichten, in den letzten drei Monaten vor der Befragung online auf Inhalte gestoßen zu sein, die sie als feindselig oder erniedrigend empfinden. Hass im Netz richtet sich am häufigsten gegen politische und gesellschaftliche Ansichten. Dabei sind Personen, die in sozialen Netzwerken aktiv sind, wesentlich häufiger mit derartigen Inhalten konfrontiert als Personen, die keine sozialen Netzwerke nutzen.

Knapp 95% aller Personen in Österreich zwischen 16 und 74 Jahren nutzten das Internet in den letzten drei Monaten vor der Erhebung, die von April bis Juli 2023 durchgeführt wurde. Das bedeutet eine leichte Zunahme gegenüber dem Vorjahr (+1,7%). Der mit rund 77% überwiegende Teil nutzte das Internet mehrmals täglich. Auch Social-Media-Kanäle werden von einem Großteil (63%) der Bevölkerung genutzt. Insgesamt haben rund 31% der österreichischen Bevölkerung online Inhalte wahrgenommen, die sie als feindselig oder erniedrigend gegenüber bestimmten (Personen-) Gruppen empfinden.
Mehr zur Erhebung in der Pressemitteilung: 13 184-212/23