Projekt "Once Only" – weniger Bürokratie in der Verwaltung

Das Once Only Prinzip – Weniger Bürokratie durch bessere Datenverarbeitung

„Once Only“ steht für die einmalige Bereitstellung und Erfassung von Daten. Die öffentliche Verwaltung kann dadurch – unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und des Datenschutzes – Daten wiederverwenden und untereinander austauschen.

Der Vorteil: es müssen nicht immer wieder die gleichen Daten gemeldet werden, Online-Anträge sind bereits vorausgefüllt und dadurch schneller abzuwickeln. Das entlastet sowohl Unternehmen als auch die Verwaltung. Indirekt steigert dies die Wettbewerbsfähigkeit und sichert den österreichischen Wirtschaftsstandort. __PRESENT

Weniger Verwaltungsaufwand spart enorme Summen Geld

Wie groß die Entlastung ist, zeigt eine Studie aus dem Jahr 2007: Unternehmen müssen 230.000.000 Mal im Jahr Informationen an die öffentliche Hand schicken. Dies entspricht einer Belastung von 4,3 Milliarden Euro. Durch das Unternehmensserviceportal und damit einem ersten Schritt in Richtung Digitalisierung konnten bereits 100-300 Millionen Euro pro Jahr an Aufwand gespart werden – wenn man die Zahlen vergleicht sieht man, dass hier nach wie vor ein großer Spielraum für Verbesserungen gegeben ist.

Auch auf europäischer Ebene bemüht man sich, die Bürokratie durch das „Once Only Prinzip“ zu verringern. Durch die SDG (Single Digital Gateway) Verordnung (Artikel 14) werden in Österreich technische Systeme für den grenzüberschreitenden, automatisierten Austausch von Nachweisen aufgebaut. So kann der Grundsatz der einmaligen Erfassung auch europaweit umgesetzt werden.

Der Register- & Systemverbund

Im Zentrum von Once Only steht die Schaffung einer zentralen technischen Stelle, dem Register- & Systemverbund, sowohl für den nationalen als auch für den EU-weiten behördeninternen Datenaustausch. Dabei werden Daten von Registern bzw. Datenhaltern zu anderen Datenempfängern auf Basis von Gesetzen übermittelt. In Zukunft besteht die Möglichkeit, alle teilnehmenden Register über eine standardisierte Schnittstelle abzufragen.

Wie das Once Only Prinzip im Unternehmensalltag hilft

Um Unternehmen – und speziell Startups – Behördenwege abzunehmen, sollen zukünftig nicht nur alle Gründungsschritte am USP (Unternehmensserviceportal) voll digital abgewickelt werden können, sondern auch Registrierungen zu Verwaltungsverfahren nach dem Once Only Prinzip erfolgen (z.B. Anmeldung zu WKO-Services, Finanz Online, Sozialversicherungsservices).

Unternehmen können an einer Stelle (am USP) alle notwendigen Daten eingeben und müssen nicht vor Ort vorstellig werden. Behörden bekommen die Erfassungsdaten automatisiert, sparen sich vor Ort diese Dateneingaben und können sich auf andere Tätigkeiten wie z.B. die Beratung konzentrieren. Neben der Zeitersparnis auf allen Seiten soll dadurch auch die Datenqualität steigen. __PRESENT

Das Once Only Prinzip in der Coronakrise

Das Once Only Prinzip kann einen positive Beitrag zur Eindämmung der COVID-19-Erkrankung leisten, da es persönliche Kontakte reduziert. Anträge können vermehrt online durchgeführt und damit soziale Kontakte vermieden werden. Dafür ist natürlich die Weiterentwicklung der technischen Grundlagen erforderlich.